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Erhalt des Schulgartens Moabit sichern

Den engagierten Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger für den Schulgarten Moabit nahm die SPD Moabit-Nord zum Anlass ein Gespräch im kleinen Kreis zur Zukunft des Schulgartens Moabit zu organisieren.

Der Schulgarten in der Birkenstraße besteht seit 1951 auf dem Gelände, auf dem bis zum Zweiten Weltkrieg die Hedwig-Dohm-Oberschule stand. Hier haben Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, praktisch viel über Natur und Umwelt zu lernen.

Bei dem Gespräch sicherten die gewählte Bezirksstadträtin Dagmar Hänisch und die Abgeordnete Jutta Leder ihre Unterstützung für den Erhalt des Schulgartens Moabit zu.

Von Seiten des Landes Berlin wird ein pädagogischer Leiter für die Arbeit des Schul-Umwelt-Zentrum Mitte auch in Zukunft zur Verfügung stehen.
Wie die umgebenden Schulen (Moses-Mendelssohn-Oberschule, James-Krüss-Grundschule, Heinrich-von-Stephan-Oberschule, Carl-Bolle-Grundschule, Hedwig-Dohm-Oberschule, Breitscheid-Oberschule,
Kurt-Tucholsky-Grundschule) das Gelände nutzen, liegt dabei in der pädagogischen Verantwortung der Schule. Auf der Ebene des Bezirks lässt sich feststellen, dass vor allem Grundschulen, Kitas und Gymnasien die Schulgärten im Unterricht einsetzen und den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit geben, Praxiserfahrungen zu sammeln.

Der Bezirk Mitte von Berlin stellt momentan fünf gärtnerische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung, hinzu kommen Auszubildende und Beschäftigte des Öffentlichen Beschäftigungssektors. Damit wird eine hohe Qualität der Arbeit abgesichert.

Der Bezirk Mitte hat in den vergangenen Jahren ein hohes Haushaltsdefizit angesammelt: Der Grund hierfür ist, dass der Bezirk aufgrund der schwierigen sozialen Lage mehr Geld für kleinere Klassen, Jugendarbeit und viele andere Bereiche aufgewandt hat, als die anderen Bezirke, die vielfach eine einfachere Sozialstruktur haben. Diese Ausgabenpolitik kann der Bezirk jedoch nicht weiterführen, da alle Mittel des Bezirks vom Land stammen und im Rahmen der Haushaltskonsolidierung des Landes die Mittel für Berlin-Mitte erheblich gekürzt werden. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit zu Einsparungen, die jedoch seitens der SPD in Berlin-Mitte kritisiert wird.

Darüber hinaus finanziert der Bezirk Mitte von Berlin auch Angebote der Jugendarbeit. Die Gelder für die Jugendarbeit werden im Jugendhilfeausschuss der Bezirksverordnetenversammlung vergeben. Derzeit erhält der Moabiter Ratschlag e.V. Mittel, aus denen ein Projektleiter und ein Kursangebot finanziert wird. Damit wird die Nutzung des Schulgartens in den Nachmittags- und Abendstunden sowie den Ferien für die Kinder und Jugendlichen in der Umgebung möglich.
Aus dem Engagement des Moabiter Ratschlags hat sich in den vergangenen Jahren ein umfassendes ehrenamtliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern entwickelt, das Feste und Veranstaltungen, Kurse und das Jugendangebot in der vorhandenen Form erst möglich macht.

Der Bezirk wird in den nächsten Jahren seine Ausgaben erheblich zusammen streichen müssen. Die Schließung des Standorts des Schulgartens Moabit gehörte allerdings nie zu diesen Vorschlägen.

Dennoch müssen jetzt Schwerpunkte gesetzt werden. Der Bezirk hat in den vergangenen Jahren aus eigenen Mitteln Schulraum für kleinere Klassen in sozialen Brennpunkten, Angebote für die Jugendarbeit, Angebote der außerschulischen Bildungsarbeit etc. finanziert. In den aktuellen Finanzverhandlungen verlangt das Land Berlin, diese vorbildliche Arbeit zusammen zu streichen.
Innerhalb des Bezirks gibt es jetzt die politische Auseinandersetzung darum, welche Projekte weitergeführt werden. Dabei gibt es auch Vorschläge, am Schul-Umwelt-Zentrum und damit an der pädagogisch wichtigen Arbeit in Moabit und Wedding zu kürzen.

Das Schul-Umwelt-Zentrum soll mit seinen fünf Standorten in Moabit und Wedding an einen Freien Träger übertragen werden. Dazu erfolgt ein Interessenbekundungsverfahren, auf das sich interessierte Träger bewerben können. Dem neuen Träger werden die Grundstücke zur Verfügung gestellt, für die gärtnerische Arbeit erhält er darüber hinaus einen Zuschuss von 150.000 Euro. Damit soll die Basis für die schulischen Bedarfe zukünftig gesichert werden, allerdings mit quantitativen Abschlägen.

Über die ergänzenden Mittel für die Jugendarbeit wird der Jugendhilfeausschuss voraussichtlich im November 2009 entscheiden.Die zur Verfügung stehenden Mittel für den Bezirk Mitte für die Jugendarbeit werden allerdings insgesamt geringer ausfallen, was dem Jugendhilfeausschuss harte Abwägungsentscheidungen abverlangen wird. Wichtige Entscheidungsgrundlage wird die Bewertung der Qualität der Arbeit sein - wie bei allen anderen Einrichtungen in Berlin-Mitte.
Die Stärke des Schulgartens Moabit liegt aber auch am hohen Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die in ihrer Freizeit mithelfen, diesen wichtigen Lernort für für alle Kinder und Jugendlichen im Umfeld des Schulgartens zu erhalten.

Jeder zukünftige Träger muss dieses ehrenamtliche Engagement erhalten, im Sinne der Kinder und Jugendlichen nutzen und in der Zukunft stärken!
Dies muss auch Bestandteil der Ausschreibung für den zukünftigen Träger des Schul-Umwelt-Zentrums und damit auch des Moabiter Schulgartens sein.

(29.9.2009)