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Volksentscheid "Pro Reli" nicht unterstützen
Am 26. April wird per Volksentscheid über die Frage
"Pro Reli" oder "Pro Ethik" entschieden.
Die Initiatoren wollen, dass der Religionsunterricht gleichberechtigt
mit dem staatlichen Unterricht so angeboten wird, dass die
Schüler wählen können, ob sie den Ethikunterricht
oder den Religionsunterricht nehmen. Es gibt gute Gründe,
beim Volksentscheid "Pro Ethik" zu votieren.
1. Seit über fünfzig Jahren ist der Religionsunterricht
in Berlin freiwillig. Wer ihn nicht will, wählt ihn
ab. Bis zum 14. Lebensjahr treffen die Eltern die Entscheidung,
danach kann es jeder Schüler selbst tun - so sagt es
die Verfassung.
2. Wenn jetzt die Bürger das Volksbegehren "Pro
Reli" unterschreiben, dann heißt dies, dass viele
Schüler das Angebot der Kirchen übernehmen, damit
bei Ethikunterricht keine Noten anfallen.
3. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Wenn das Volksbegehren
durchgeht, können zwar die katholische und die evangelische
Kirche erstmals seit 50 Jahren einen Pflichtreligionsunterricht
abhalten, aber alle anderen Glaubensgemeinschaften und die
Fundamentalisten können dies auch: die Zeugen Jehovahs,
die Scientologen und natürlich die verschiedenen oftmals
sehr fundamentalistischen islamischen Gemeinden.
4. Der Sinn des Ethikunterrichtes war es doch, die bildungsfernen
Emigrantenkinder von den Mullahs wenigstens insofern fern
zuhalten, dass sie auch einmal etwas anderes hören,
als konservative Auslegungen des Koran im Sinne von, die
Bundesrepublik Deutschland ist gegen Moslems, die Frauen
hier haben keine Moral, Demokratie ist keine Staatsform
für Muslims, das deutsche Recht gilt nicht für
Muslims, die Scharia ist das einzig Wahre.
5. Wer glaubt, dies sei ein erfundenes Schreckengemälde,
sollte einmal in islamische Läden in Nord-Neukölln,
Moabit oder im Wedding gehen und sich anhören, was
dort gesagt wird. Ganz selbstverständlich werden dort
Selbstmordattentate belobigt und natürlich haben die
Amerikaner am 9.11.2001 ihre Hochhäuser selbst in die
Luft gejagt. Ich habe mir dies als Wahlkreis-Abgeordnete
mehr als einmal angehört und dagegen argumentiert.
Ohne erkennbare Wirkung.
6. Wenn wir bei Kindern (ab der 7. Klasse) mindestens erreichen
wollen, dass sie einmal gehört haben, was Menschenrechte
sind, dass Vorkämpfer der Demokratie und der Menschenrechte
im frühen Mittelalter z.B. moslemische Wissenschaftler
waren, die z.B. in Nordafrika und Spanien lebten und arbeiteten,
dass die fundamentalistischen Lehren ihrer Mullahs und der
islamischen Religionslehrer unserer freiheitlichen Verfassung
widersprechen, dann brauchen wir den verbindlichen Ethikunterricht.
7. Würde der verbindliche Ethikunterricht nicht mehr
stattfinden, dann haben die katholische und die evangelische
Kirche gesiegt und können ihren Religionsunterricht
erstmals seit über 50 Jahren als Wahlpflichtfach anbieten.
Als Folge davon werden aber auch die Fundamentalisten im
Islam wie in den "Frei"kirchen ihre "Lehren"
anbieten.
Wer dies nicht will, muss beim Volksentscheid "Pro
Ethik " votieren.
Als bekennende evangelische Christin werde ich meine
Stimme nicht für "Pro Reli" geben.
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