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Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2009
vorgelegt
Fünf Gebiete erhalten als Aktionsräume plus
besondere Aufmerksamkeit
Ende Januar wurde die aktuelle Ausgabe 2009 der Studie
Monitoring Soziale Stadtentwicklung der Öffentlichkeit
vorgestellt. Das Monitoring wird bereits seit 1999 erstellt.
Die umfangreiche soziologische Untersuchung ist ein Frühwarnsystem
zur Quartiersentwicklung und eine wesentliche Grundlage
der Berliner Stadtentwicklungspolitik. So werden auf dieser
Basis öffentliche Finanzmittel, z.B. die des Bund-Länder-Programms
Soziale Stadt, in Gebiete mit besonderem Handlungsbedarf
gelenkt.

Ziel des Monitoring Soziale Stadtentwicklung
ist es, mit einem statistischen Indikatorensystem soziokulturelle
Veränderung in Teilgebieten der Stadt und den verschiedenen
Quartieren Berlins wissenschaftlich zu beschreiben und zu
analysieren. Die Ergebnisse der einzelnen Quartiere führen
zu einer Einordnung in vier Gruppen von 1 = beste Entwicklung
(in der Karte grün) bis 4 = schlechteste Kennzahlen
(in der Karte rot). Das Monitoring 2009 berücksichtigt
statistische Daten bis Ende 2008.
Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer zu den
Ergebnissen: Auch das aktuelle Monitoring zeigt uns
durch Erhebung umfangreicher Daten, dass wir mit dem Einsatz
der Instrumente der Sozialen Stadtentwicklung
wie Quartiersmanagement oder Städtebauförderung
richtig liegen. Auch wenn wir bundesweite, volkswirtschaftliche
Trends wie steigende Arbeitslosigkeit oder Konjunkturschwäche
nicht verhindern können, sehen wir deutlich, dass durch
den Einsatz unserer Instrumente Berlin auch in den schwächeren
Kiezen stabilisiert wird. Durch das Monitoring wissen wir,
wohin wir unsere finanziellen Mittel vorrangig lenken müssen,
und wir registrieren, wie dieser Mitteleinsatz langfristig
seine Wirkung entfaltet. So hätten sich viele
sozial problematische Gebiete nicht von der gesamtstädtischen
positiven Entwicklung des Jahres 2008 abgekoppelt. Die Jugend-
und Langzeitarbeitslosigkeit hat auch in den schwächeren
innenstädtischen Gebieten abgenommen. In den 43 schwächsten
Kiezen der Stadt sank die Arbeitslosigkeit im Untersuchungszeitraum
2008 von 17,3 % auf 15,8 %.
Neben den positiven Tendenzen, die die Studie ausweist,
zeigt sie aber auch sehr deutlich, dass sich die problembehafteten
Kieze auf wenigen Gebieten konzentrieren: In vorderster
Reihe Wedding/Moabit, Kreuzberg-Nordost und Neukölln-Nord.
Aber auch Spandau-Mitte sowie Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf
werden vom Monitoring 2009 als Bereiche mit
einem sehr niedrigen Entwicklungsindex identifiziert. In
diesen fünf Bereichen ist z.B. Arbeitslosigkeit und
Armut besonders ausgeprägt, hier haben z.B. junge Menschen
eingeschränkte Perspektiven, da die Kinderarmut höher
ist als in der Gesamtstadt.
Einer von fünf Aktionsräumen plus:
Wedding / Moabit
Diese fünf Gebiete werden als Aktionsräume
plus vorrangig gefördert. Konkret heißt
das: Die bereits laufenden Verfahren der Städtebauförderung
wie z.B. Quartiersverfahren und Stadtumbau werden gebiets-
und fachübergreifend stärker miteinander vernetzt.
Angrenzende Kieze werden mit einbezogen und neue Partnerschaften
unter den in den Gebieten tätigen Akteuren wie Vereinen,
Organisationen, dem Polizeirevier oder der religiösen
Gemeinschaft und den Wohnungsbaugesellschaften mit den Bewohnerinnen
und Bewohnern angeregt. Und es bedeutet eine noch intensivere
Arbeit für einen besseren Zugang zu Bildung und Arbeit,
um jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen.
Dass der Berliner Senat der Stabilisierung problematischer
Gebiete absolute Priorität einräumt, schlägt
sich auch im Haushalt nieder. Die bereits 2008 eingesetzten
rund 30 Mio. € in den Gebieten der zukünftigen
Aktionsräume plus konnten 2009, auch unter
Nutzung von Mitteln aus dem Konjunkturpaket, auf rund 50
Mio. € erhöht werden. Auch in den Jahren 2010
und 2011 stehen jeweils pro Jahr trotz knapper Kassen 50
Mio. € zur Verfügung. (24.01.2010)
Die
Karte "Aktionsräume plus" als PDF (600k)
Weitergehende
Informationen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Tagungsunterlagen
der Seminarreihe "Aktionräume plus" der Friedrich-Ebert-Stiftung
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