Home > Dokumente > Konjunkturpaket II
   
 

Pakt für Beschäftigung und Stabilität

So schnell wie das Konjunkturprogramm II ist noch kein Gesetzgebungsverfahren durchgeführt worden. Vom ersten Beschluss des Kabinetts Anfang Januar 2009 bis zur Zustimmung des Bundesrates im Februar 2009 vergingen gerade mal sechs Wochen.

Und Schnelligkeit ist auch Sinn und Zweck dieser Maßnahmen für kommunale Investitionen. 10 Milliarden Euro stellt der Bund den Ländern für die Jahre 2009 und 2010 zur Verfügung. Für das Land Berlin sind es 474,1 Millionen Euro. Voraussetzung ist eine Kofinanzierung durch das Land Berlin, für die ein Nachtragshaushalt erstellt werden musste.

Damit stehen dem Land nun insgesamt 632 Millionen Euro zur Verfügung.

Vorgaben sind, 65 % in die Bildung und 35 % in die kommunale Infrastrukur (Krankenhäuser, Gebäudesanierung, Lärmschutz u.a.) zu investieren. Dabei dürfen Bau- und Einrichtungsmaßnahmen nicht als Projekt oder Planung bereits im laufenden Etat berücksichtigt sein, sie müssen nachhaltige Wirkung zeigen, also die Energieeffizienz von Gebäuden verbessern und Strassenbauten müssen dem Lärmschutz dienen.

Auch wenn es immer wieder anders dargestellt wird: In Berlin wird das Ziel, die bereitgestellten Mittel fristgerecht auszugeben, eingehalten. Natürlich ist zur Zeit nur ein geringer Anteil bereits geflossen (dies insbesondere in Planungsarbeiten), die Mittel für das Konjunkturprogramm werden selbstverständlich erst nach Fertigstellung freigegeben. Insoweit ist Panikmache mehr als unangebracht.

Im August sehen die Meldungen wie folgt aus:

Die 65 % für den Bildungsbereich vorgesehenen Mittel teilen sich wie folgt auf: Im Portfolio Schule sind 182 Maßnahmen mit einem Volumen von 199 Mio Euro geplant, davon sind bereits 122 Maßnahmen im Wert von 143 Mio Euro angemeldet. Im Portfolio Kita sind von geplanten 202 Maßnahmen im Wert von 93 Mio Euro bereits 199 Maßnahmen im Wert von 92 Mio Euro gemeldet. Bei den Hochschulen sind alle 142 geplanten Maßnahmen im Wert von 138 Mio Euro gemeldet.

Die restlichen 35 % teilen sich in die Portfolios Bäder (von 12 Maßnahmen sind 7 gemeldet), Charité (alle 11 Maßnahmen im Volumen von 12 Mio Euro sind gemeldet), Krankenhäuser (69 Maßnahmen von insgesamt 84 gemeldet im Wert von 54 Mio Euro, 6 Mio stehen noch zur Verfügung). Für die Gebäudesanierung stehen 106 Mio Euro für 77 Maßnahmen zur Verfügung, davon sind bereits 65 gemeldet). Für den Lärmschutz sind 43 Maßnahmen von insgesamt 78 gemeldet, hier beträgt das offene Volumen 7 Mio. Euro. Für die Anschaffung von Spezialfahrzeugen/IT-Infrastruktur stehen von den geplanten Mitteln noch 9 Mio. zur Verfügung.

Das bedeutet, Berlin hat dem Bund von insgesamt 813 Maßnahmen 667 als "laufende Projekte" gemeldet, das sind 82 % der vorgesehenen Maßnahmen. Damit ist der Zeitplan gut eingehalten.
Für die Handwerker und Baufirmen wird sich das Konjunkturprogramm im Winter spürbar auswirken, wenn die großen Summen vom Bundesfinanzministerium abgerufen werden, die Schätzungen liegen bei 4,4 Milliarden Euro für die gesamte Bundesrepublik.

Sorgen um falsch ausgegebene Mittel muss sich dabei übrigens niemand machen. Die Rechnungshöfe des Bundes und der Länder prüfen die korrekte Verwendung der Mittel sehr genau. Bei falsch eingesetzten Mitteln müssen sie zurückgezahlt werden - mit Zinsen.

(04.09.2009)