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Stellungnahme der SPD-Fraktion in der BVV Mitte zur Zukunft
der Arminius-Markthalle:
Zunfthalle - neue Perspektiven für die Arminiushalle
und Moabit?
Die SPD-Fraktion Berlin-Mitte begrüßt grundsätzlich
das Vorhaben der Zunft AG zur Reaktivierung der Arminiusmarkthalle.
1. Das Konzept, mit unterschiedlichen Anbietern, eine kleinteilige
Nutzung mit den Schwerpunkten "Foodhall, Zunft[werk],
Manufakturenkaufhaus, Designkaufhaus, Concept Store"
(Quelle: http://zunftorte.zunftnetz.org/?page_id=7) zu realisieren,
ist eine interessante Neuinterpretation der Markthallenidee
und wird daher im Gegensatz zu einer großflächigen
Nutzung dem Gebäude mit seiner Geschichte gerecht.
2. Die Zunfthalle bietet die Möglichkeit, die Einzelhandelslandschaft
in Moabit um einen bunten und interessanten Baustein zu
bereichern.
Die SPD-Fraktion Berlin-Mitte legt einerseits Wert auf
die Feststellung, dass Moabit insgesamt und auch die Turmstraße
mit dem vorhandenen multikulturellen Warenangebot Qualitäten
aufweist, die nicht mit einem nostalgisch verklärten
Blick in die Vergangenheit abgewertet werden sollten. Andererseits
bleibt festzustellen, dass der Einzelhandel nur ein beschränktes
Warenangebot vorhält und die Kaufkraft nicht vor Ort
gebunden wird. Insbesondere die Schließung des Hertie-Kaufhauses
hat die erheblichen Probleme der Einkaufsstraße verdeutlicht
und verstärkt.
Wir unterstützen daher nachdrücklich neue Ansiedlungsvorhaben,
wie die Zunfthalle und das Schultheissprojekt als Chance,
das Moabiter Zentrum zu beleben.
3. Die SPD-Fraktion Berlin-Mitte begrüßt ausdrücklich
die Absichtserklärung der Berliner Großmarkt
GmbH, die Halle nicht zu veräußern, sondern in
Erbbaupacht zu vergeben und bei einer mangelhaften Umsetzung
des Konzepts durch die Zunft AG tatsächlich und wirksam
Einfluss zu nehmen. Wir begrüßen die im Wirtschaftsausschuss
gemachte Zusage der beiden Vertragsparteien, ihre diesbezügliche
Vertragsgestaltung offen zu legen.
4. Die Äußerungen der Zunft AG zur Abwicklung
des Kundenverkehrs überzeugen derzeit noch nicht. Da
der Investor mit Kunden aus der gesamten Stadt rechnet,
ist davon auszugehen, dass auch der PKW-Verkehr in den anliegenden
Straßen zunimmt. Die SPD-Fraktion Berlin-Mitte fordert
daher, ein überzeugendes Verkehrskonzept vorzulegen,
das ein ausreichendes Angebot an Parkplätzen für
die Anwohner sichert und die Verkehrsbelastung insgesamt
beschränkt.
5. Der Bezirk Mitte und die Bezirksverordnetenversammlung
sind an dem Vergabeverfahren der privatrechtlich organisierten
Berliner Großmarkt GmbH formal nicht beteiligt und
haben daher nur beschränkte Einflussmöglichkeiten.
Auf Initiative seiner Vorsitzenden, Frau Matischok, hat
der Wirtschaftsausschuss allerdings das Verfahren intensiv
begleitet und wird dies auch weiter tun.
Berlin, den 25. März 2010
Für die SPD-Fraktion Berlin-Mitte
Thomas Koch
Vorstandsmitglied
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